Nichts mehr zu tun: Eine kleine Geschichte vom Loslassen

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

plötzlich ist der Januar schon vorbei und das Jahr schreitet fort.
Vor kurzem habe ich mich gefragt, was unser aller Thema im Februar ist. Ganz spontan kam das Wort: LOSLASSEN!

Nicht mehr festhalten, sondern sich von etwas lösen,
denn was bereits im Unterbewussten schwebt, muss jetzt ans Licht - es muss heraus!
Die Zeit ist gekommen, auch das anzuschauen!

Ich ging in mich und stellte mir die Frage: Was kann ich nicht loslassen?

Vor meinem geistigen Auge formte sich etwas. Ich sah es ganz klar: mein Wohnzimmerschrank! Unfassbar simpel, oder?

Vor über einem Jahr bin ich in eine neue Wohnung gezogen. Es war ein radikaler Schritt für mich, denn ich habe die Familienwohnung aufgelöst und bin in eine kleinere Wohnung gezogen. Eine große Umstellung - das habe ich am Anfang unterschätzt.

Auch heute habe ich noch gemischte Gefühle, obwohl doch schon einige Zeit vergangen ist.

Meine alte Wohnung war das Zuhause für meine Familie. Ein Schutzort. Das loszulassen fällt mir schwer.
Und auch mit meinem Wohnzimmerschrank verbinde ich schöne Erinnerungen.

Ich war damals 30 Jahre alt und bezahlte ein Vermögen für ihn. Der Schrank war mein ganzer Stolz. Ich freute mich, dass ich ihn mir leisten konnte. Und nun habe ich ihn aus Platzgründen für kleines Geld weggegeben. Die Menschen, die ihn kauften, konnten ihr Glück kaum fassen. Nun steht mein schöner Schrank in Polen und statt das ich mich für die neuen Besitzer freue, weine ich um ihn. Mein treuer Begleiter. Ich bin mir sicher, dass ich schon noch einen Platz für ihn gefunden hätte, wenn mich die Kinder nicht überredet hätten ...

Hätte, hätte... Puh. Loslassen ist ganz schön anstregend.

Beim Schreiben dieser Zeilen fällt mir auf, dass ich manchmal auch an ungesunden Beziehungen festhalte,
ich frage mich warum, denn ich weiß, dass ich Liebe ohne Bedingungen verdiene und den Fluss des Lebens nicht aufhalten kann.

Was kann ich tun - wie lasse ich los?
Ohne Zweifel oder Reue?

Spontan kam mir eine Eingebung:
Loslassen ist das Gegenteil von Festhalten. Das heißt, ich muss jetzt nichts mehr tun.

Etwas Neues beginnt - ein Aufbruch in unbekannte Zeiten.

Meine Lieben, fällt euch das loslassen auch schwer? Gibt es Dinge, an die ihr oft noch zurückdenkt oder von denen ihr euch trennen wollt?

Nehmt euch einen Moment und fragt euch: Was passiert, wenn ihr jetzt loslasst?

 

Schaut euren Kummer an, beweint ihn und bedankt euch!

Seid dankbar für das Schöne, das war, das ist und das kommen wird!

Denn manchmal tut festhalten mehr weh, als loslassen.


Ich wünsche Euch einen hoffnungsvollen Februar 2023

mit Gottes Segen

Eure Karin